DRAUSS​EN VOR DER TÜR

 

Gegen das Vergessen, für das Gedenken. Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus!

 

„Draußen vor der Tür“ von Wolfgang Borchert ist das Drama der Nachkriegsliteratur.

Es handelt von einem Soldaten, der aus dem Krieg heimkehrt und dem es nicht gelingt sich wieder in die Gesellschaft einzugliedern. Von der Kriegsgefangenschaft und dem Krieg an sich geprägt, sucht er nach Wahrheit, Moral und Verantwortung und trifft auf eine Verdrängungsgesellschaft, die ihn ohne Antworten und Verständnis aus dem Leben, aus der Gesellschaft ausschließt. Der Mann: Beckmann. Vom Krieg zermalmt. Alleine gelassen. Ignoriert. Verzweifelt. Draußen vor der Tür.

 

Inszenierung und Dramaturgie:

Die Inszenierung verlässt die Zeitstückebene und wird nicht auf den ursprünglichen Charakter des Stückes, von Mahnung und Belehrung bestehen. Explizit wollen wir die Sprache Borcherts benutzen, um gerade diese Sprache aus ihrem persönlichen Leidensdruck zu befreien. Raus aus dem Trauma, rein in die Situation. Konfrontation anstelle von Klagen. Das ist der Versuch den Grundton zu verlassen und einen neuen Klang, einen heutigen Akkord anzustimmen. Dabei können wir auf das ungeheure potential Borcherts aufbauen. Denn eins ist gewiss und ist gar nicht hoch genug einzuschätzen: Borchert hat mit seinen Metaphern und Symbolen und seiner literarischen Neuausrichtung einer ganzen Generation von traumatisierten Menschen Stimme und Aufarbeitung gegeben.

Sein Aufschrei durchbrach das Schweigen von Millionen.

Es ist nur zu erahnen, welche Werke Borchert noch zustande gebracht hätte, wenn er nicht einen Tag vor der Uraufführung von „Draußen vor der Tür“ gestorben wäre.

 

Bühnenbild und Kostüm:

Die Kostüme bleiben zeitlos, minimalistisch. Sind mehr Schutz und Hülle als Mode.

Die Bühne bleibt abstrakt. Wie in einem kubischen Trümmerfeld zeichnen sich die Kaimauern des Flusses ab, der als Symbol für Zeit und Raum die Wände der Gegenwart umfließt. Leere Türrahmen bilden die Silhouetten, in deren Schatten der Zugang versperrt bleibt. Eine einzige Öffnung verspricht Hilfe und Rettung. Aber zu weit entfernt wirkt das Licht nachdem der Mensch sich streckt, das Ziel, das Zuhause scheint unerreichbar. Das Labyrinth hat viele einsame Kreuzungen und der Tod bleibt einziger Freund und Ausweg.

 

Bearbeitung: Hanno Dinger u. Stefan Krause

 

Besetzung: Thekla Gras, Mareike Zwahr, Frank Baumstark, Janosch Roloff,

Yannick Hehlgans, Mike Reichenbach, Richard Hucke

 

Regie: Stefan Krause

 

Ort: Kunsthaus Rhenania, Köln

Premiere: 21.3.2019

 

 

neuesschauspielkoeln... ist ein Name unter dem, in wechselnder Besetzung und Aufgabenverteilung, in unregelmäßigen Abständen Projekte verwirklicht werden.