Kölner Stadt-Anzeiger 15.3.2011



       

Premiere: 11. März 20:30h


          weitere Termine:
         12. / 18. / 19. März 20:30h

          29. & 30. April 20:30h
           4. & 5. Juni 20:30h
           7. & 8. Juli 20:30h
          29. November 20:30h

                 Theater Tiefrot
          Dagobert Straße 32 / 50668 Köln
          0221 - 46 00 911

          info@theater-tiefrot.de
          www.theater-tiefrot.de

  31. März, Theater im Depot, Dortmund
   26. & 28. Mai, Theater am Schlachthof, Neuss
 


Anläßlich des 50.Jahrestages des Eichmann Prozesses
.


"Bald ruh´ich wohl – Eichmanns letzte Nacht"

von
Andreas Gruhn.

Die Premiere 11. März 2011 im theater tiefrot in Köln.
Aufführungen für Schulen und in Schulen, sowie Gastspiele außerhalb Kölns sind geplant.

Wissenschaftlich beraten und unterstützt werden wir hierbei durch den anerkannten Fachmann auf dem Gebiet des Eichmann Prozesses, Dr. Peter Krause, von der Universität Konstanz.

In der Geschichte des Staates Israels, markiert der Eichmann Prozeß, neben der Staatsgründung,
eine entscheidende Identitätsstiftung für das jüdische Volk mit seinem Staat. Und er war ein wichtiger Moment für die Aufarbeitung der schrecklichen Geschichte des Holocaust. Wenn es so etwas wie Genugtuung für die Opfer in diesem Zusammenhang geben konnte, dann kam der Prozeß und das anschließende Urteil dem vielleicht nahe. Dieser Prozeß ist nicht nur einer der wichtigsten Momente in der Geschichte Israels und des jüdischen Volkes, sondern auch in der Geschichte Deutschlands, der nicht in Vergessenheit geraten darf. Die Auseinandersetzung mit der Geschichte und mit unserer Verantwortung - auch mit der Person Eichmann die, wenn man so will, stellvertretend für den Teil des Deutschen Volkes steht der sich schuldig gemacht hat - muß lebendig bleiben. Dieser Jahrestag ist dafür ein besonders geeigneter Augenblick, zumal man mit Erschrecken feststellen muß, daß die jüngere Generation über den Namen Adolf Eichmann und seine Verbrechen scheinbar nicht mehr bescheid weiß. 

"Bald ruh' ich wohl" - Eichmanns letzte Nacht
ein Theaterstück für einen Schauspieler, von Andreas Gruhn. 
Das Stück entlarvt das "Böse" als Allerweltserscheinung, das in dem ehemaligen SS Sturmbannführer und Durchschnittsmenschen Adolf Eichmann zutage tritt - obwohl sein "Gewissen rein" ist. "In der Nacht vor seiner Hinrichtung in Israel blickt Eichmann zurück: das Leben eines der vielen Deutschen kleinbürgerlicher Herkunft, die mit den Nazis Karriere machten, die das Prinzip von Befehl und Gehorsam verinnerlicht hatten, die den Eid auf den Führer über ihr Gewissen und das eigene Leben stellten. 'Ich bin kein Unmensch', sagt er, er scheide in Frieden und schuldlos aus der Welt. Rückblenden unterbrechen den inneren Monolog und zeigen, wie der Obersturmbannführer als Leiter des Judenreferats im Reichssicherheitshauptamt funktionierte [...]. Diese Momente, die Abscheu wecken, wechseln mit dem Gefühl, einen nicht unkultivierten Mann und liebevollen Vater vor sich zu haben. Der Spaltung der Persönlichkeit sucht Gruhn auf die Spur zu kommen durch Hinweise auf eine von Zucht und Ordnung geprägte Kindheit. [...] Ordnung und Sauberkeit sind zwanghaft. Unablässig putzt Eichmann die Zelle, räumt auf, wäscht sich die Hände." (Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 25.02.03)

"Eichmann und wir" – Die NS-Vergangenheit in der "deutsch-deutschen" Öffentlichkeit am Beispiel des Eichmann-Prozesses 1960-1962 Beschreibung Anhand der Presseberichterstattung zum Prozess gegen den ehemaligen SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann in Jerusalem (1960 – 1962) werden die öffentliche Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit in der Bundesrepublik und in der DDR analysiert und Unterschiede herausgearbeitet.
Dozent Dr. Peter Krause

Adolf Eichmann geboren 13. März 1906 in Solingen, hingerichtet 1. Juni 1962 im Gefängnis Ramleh/Israel. SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann war als Leiter des für die Deportation und Vertreibung der Juden zuständigen Referats des Reichssicherheitshauptamtes (RSHA) einer der Haupt-verantwortlichen für die Ermordung von ungefähr sechs Millionen Menschen jüdischer Abstammung. Nachdem er zunächst die Zentralstelle für jüdische Auswanderung in Wien organisiert hatte, die sich die Vertreibung der Juden aus Deutschland und dem annektierten Österreich zum Ziel gemacht hatte, erhielt er die Leitung der von Reinhard Heydrich eingerichteten Reichszentrale für jüdische Auswanderung in Berlin. In dieser Funktion war er maßgeblich an den Planungen zur Zwangsumsiedlung der jüdischen Bevölkerung in das Generalgouvernement beteiligt. Nach Übernahme des Referats IV B 4 („Juden- und Räumungsangelegenheiten“) des Reichssicherheitshauptamtes wurde er als klassischer Schreibtischtäter zur zentralen Figur für die Organisation der Massentransporte von über vier Millionen Juden in die Vernichtungslager.

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Andreas Gruhn Geboren 1959 in Berlin (West). Gelernter Schriftsetzer. Schauspielausbildung an der HdK Berlin. Danach Engagements in Ulm und Tübingen. Ab 1990 war er als freischaffender Schauspieler in Berlin, u.a. beim Zan Pallo Theater, Stücke für die Großstadt und Theater zum Westlichen Stadthirschen tätig. Regiearbeiten am Fliegenden Theater und am Gerhart-Hauptmann-Theater Zittau. 1992 erstes Theaterstück: „Bald ruh ich wohl.“ Seit 1999 künstlerischer Leiter des Kinder- und Jugendtheaters Schellstraße in Dortmund.

Hanno Dinger Lebenslaufkurzeversion. Hanno Dinger wurde eben noch in den 60er Jahren in Wuppertal geboren und wuchs dort auf. Ein Schauspielstudium absolvierte er an der Hochschule für Musik und Theater in Bern, danach folgten Festengagements in Konstanz und in Oberösterreich, in Linz. Nach diesen Erfahrungen entschloss er sich vor nunmehr 10 Jahren, seinen Weg als freier Schauspieler fortzusetzen und zog nach Köln, das er bis heute bewohnt. Gastengagements führten ihn unter anderem nach Zürich, Bern, Basel, Düsseldorf, Saarbrücken und Braunschweig. Daneben entstanden etliche Arbeiten in der freien Theaterszene Kölns, darunter die Gründung des eigenen Projektes „DUKE – Dinger Und Krutmann Erzählen“, für dessen Stücke er auch als Autor verantwortlich zeichnet, sowie die (Mit-)Leitung der freien Bühne „RAKETENKLUB“. Zwischendurch gab es diverse Aufträge für Hörspiele, Synchronisation und ein bisschen Film/Fernsehen. Der Beruf macht ihm immer noch Freude.

Schauspieler und Regisseur Stefan Krause. Seine Eckdaten: Jahrgang`63, geboren und aufgewachsen in Berlin (West), Schauspielschule: Else Bongers, erste Schritte auf der Bühne bei Boy Gobert am Schiller Theater. Begegnungen mit Theaterlegenden wie: Martin Held, Marianne Hoppe, Erich Schellow, Bernhard Minetti, Berta Drews usw.. Nach einem kurzen Abstecher in Stuttgart, zurück in heimische Gefilde, Ensemblemitglied beim Kabarett „Die Stachelschweine“ in Berlin, bei denen er dann auch die Wiedervereinigung erleben und kommentieren durfte. Seit 1991 ist Stefan Krause freischaffender Schauspieler und hat alles gemacht: von Synchron bis Soap, von Kino bis Hörspiel und von Klassischem Theater bis hin zum stand up und Boulevard. Seit nunmehr zehn Jahren lebt er in Köln und konzentriert sich darauf, seiner Regiearbeit nachzugehen. In den letzten vier Jahren hat er 19 Theaterstücke inszeniert, davon 7 Ur- bzw. Erstaufführungen. 2007 wurde er mit „Dreier“ für den Kölner Theaterpreis nominiert.

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Hanno Dinger als Adolf Eichmann

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"Bald ruh’ ich wohl – Eichmanns letzte Nacht" ist die 8. Produktion von neuesschauspielkoeln           und die 11. Zusammenarbeit von Dinger und Krause.

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