
Kinski - wie ein Tier in einem Zoo In einem Käfig mit der Aufschrift, Ausgestorben - Füttern verboten,haust Kinski. Auf der Suche nach seiner Identität entdeckt er sein Alter ego ‚Nakszynski’. Einsam zieht er seine Kreise. Sich der Illusion von Freiheit hingebend, zelebriert er sein Schicksal. Als Gefangener seiner verletzten Seele, überschneiden sich Raum und Zeit, und letztendlich scheint er dem Wahnsinn nah zu sein. Ähnlich einer Freak-Show breitet Kinski sein Leben vor uns aus und opfert sich dem Voyeurismus. Seine Sehnsucht nach Verständnis und Anerkennung überwindet die Gefangenschaft und bringt ihn scheinbar der erhofften Erlösung näher.
Schauspiel Direktomatico! Ein Maniac berserkert in einem Käfig; knallt vors Gitter - gut, sonst säße er direkt auf Deinem Schoß. Der Eingesperrte tobt, taumelt, schwindelt zwischen Nosferatu, Fitzcarraldo, heulendem Elend, Zuschauer- und Interviewerbeschimpfer - Klaus Kinski forcierte seine Medienfigur, und er litt unter ihr. Ein schweißtreibender Parforceritt durch die Identitätsbausteine des genialen Monsters, ein hyperventilierender Rausch mit dem Zuschauer - der gefangen zurückbleibt, in seinem eigenen Wunsch nach Teilhabe. Dieses Geschmeiss!
Die Aufführung des Theaterstücks Kinski - wie ein Tier in einem Zoo wurde uns, nach einer Klage von Nikolai Kinski, vom Oberlandesgericht Köln in zweiter Instanz untersagt. (2009)